28.7. Salfains (2000m)

Wegen der Überschreitung am Vortag wollte ich heute nicht scho wieder weit „umma latschen“. Deshalb entschied ich mich für Salfeins, damit ich auch endlich ein Bild von den Kalkkögel habe, welche sich im Salfeinser See spiegeln. Mit dem Auto um halb 6 von Innsbruck gestartet, die Steffi in Axams abgeholt und weiter bis zum Weidegatter im Senderstal.

Strecke: Parkplatz beim Weidegatter – Salfeins Alm – Salfeins

In einer gemütlichen Stunde erreichten wir schon den „See“, eine große Lacke trifft schon eher zu. Aber das grüne Plateau schaut echt Top aus! Um halb 8 war es beim See schon fast unerträglich heiß, ich will mir nicht vorstellen, wie heiß es um 12 oder 1 noch werden wird. Es war eine gute Entscheidung bei dem vielleicht heißesten Tag in der Wettergeschichte Österreichs nur eine „kleine Wanderung“ gemacht zu haben. Der Abstieg erfolgt wieder über denselben Weg.

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27.7. Hohe Fürleg Überschreitung (2571m)

Strecke: Hinterhornalm – Hundskopf – Tratenspitze – Walderkampspitze – Hohe Fürleg – Fallbachkar – kleine Wechselspitze – Wechselreise – Alpensöhnehütte – Hinterhornalm

Eine detailierte Tourenbeschreibung findet man hier oder auch hier.

Nachdem heute bis zu 37 Grad vohergesagt worden sind und die ganze Tour südseitig ist, starteten wir schon um 5:45 bei der Hinterhornalm – genau bei Sonnenaufgang. Beim Start war scho erkennbar, wie heiß es heute noch werden würde – bei den Latschen hatte es schon über 20 Grad. Gemütlich gingen wir immer den Steig oberhalb der Hinterhornalm entlang Richtung Hundskopf. Da mein Kollege, ein „Flachlandtiroler“, noch nicht auf dem Hundskopf war, überschritten wir auch diesen über den Ostgrat und stiegen über den Felix-Kuen-Klettersteig ab. [Alternativvariante: Beim Steinmandel den rechten Weg einschlagen und nördlich den Hundskopf umgehen.] Ich wunder mich immer wieder, dass so viele mit Klettersteigset auf den Hundskopf gehen. Für gerade einmal 50 Höhenmeter im leichten Gelände kann man ein Klettersteigset getrost daheim lassen. Wer aber beim Hundskopf schon Probleme mit der Ausgesetztheit bzw mit den Kletterschwierigkeiten hat, sollte keinesfalls weiter gehen!

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bearbeitet

Mit der Sonne im Rücken ging es stetig, leicht ansteigend den Grat Richtung Hohe Fürleg entlang. Bis zur Waldkampspitze ist der Grat nur einseitig ausgesetzt, erst kurz unterhalb der Waldkampspitze ist ein kurzer Aufschwung, der aber nicht schwer zum Klettern ist (vl I – II), zu bewältigen. Nach der Waldkampspitze kommt meines Erachtens der schwierigste Teil bis zur Fürleg. Direkt nach dem Gipfel muss eine kleine Scharte abgeklettert werden (II-Stelle). Danach folgt nur mehr leichte Kletterei unterhalb des Grates bis zur Hohen Fürleg, nicht all zu schwer. Um 8:40 Uhr erreichten wir die Hohe Fürleg, diesmal wollte ich kein Wettrennen draus machen und den Grat genießen – kommt bei mir auch nicht so oft vor ;). Die Aussicht ist wie am Bettelwurf einfach nur genial. Nördlich befindet sich das beeindruckende Vomperloch, westlich der Bettelwurf und die Falllbachkartürme, östlich der ganze Grat den wir schon bewältigt hatten und südlich das wunderschöne Inntal und Wipptal :)..

Hohe Fürleg

Hohe Fürleg

Dann kam der von mir gefürchtete Abstieg ins Fallbachkar, ich hatte am Vortag noch lang über diesen Abschnitt unserer Tour im Internet recherchiert und der Abstieg soll extrem brüchig und ausgesetzt sein. Im Endeffekt stimmte auch alles was ich bei meinen Recherchen gefunden hatte. So einen Schotterhaufen hab ich noch nie erlebt!! Die Steinschlaggefahr ist extrem hoch. Vor uns ging ein weiterer Flachlandtiroler. Wegen der Steinschlaggefahr schloss er sich uns an und wir stiegen ganz knapp hintereinander ab, um den Vorsteigenden vor dem Steinschlag zu schützen. Das Problem ist, bei dem Schutthaufen tritt man einfach immer Steine ab, egal wie vorsichtig man versucht zu steigen. Aber so hatten wir die Situation meines Erachtens ganz gut gelöst. Der Abstieg selbst ist nicht so wild wie er in anderen Tourenblogs beschrieben wird, da man überall mit den Händen wunderbare Griffe vorfindet (wieder II-III Stellen). Dadurch ist es nicht so tragisch, wenn man leicht am Schotter wegrutscht. Das große Thema dort ist eindeutig der Steinschlag! Ganz zum Schluss fuhren wir noch mit einer Schotterreisen ins Fallbachkar ab. Den weiteren Weg – das Kar wird gequert zur Wechselspitze – sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Der Schotter ist dort nicht weniger und noch trügerischer als im Fallbachkar, außerdem findet man auch keine Griffe. Absolute Konzentration ist erforderlich, das Gelände ist zudem sehr ausgesetzt. 30 Meter vor der Wechselspitze führt der weitere Abstieg über eine steile Rinne Richtung Wechselscharte. Ich empfand die Rinne als den schwierigste Teil unserer Tour. Dort sind eigentlich nur Kletterstellen (II), und das unangenehmste ist, dass bei den guten Griffen und Tritten überall Schotter draufliegt und so muss man höllisch aufpassen, dass man richtig hinsteigt. Außerdem findet man gute Griffe viel seltener vor (Fels war ausgewaschen und dementsprechend auch glatt) als noch im Fallbachkar. Dafür waren die Temperaturen in der Rinne richtig angenehm kühl…da wollte ich gar nicht mehr raus ;). Am Ende des Abstiegs in die Wechselscharte befindet sich ein leichter Klettersteig in der Nagelwand. Da waren wir sehr erleichtert, dass das Bundesheer ihn errichtet hatte. [Keine Ahnung warum. Wenn dies jemand weiß, bitte bei mir melden, das würd mich interessiern] Nach den stundenlangen Klettereien oder besser gesagt „Kraxeleien“, war es eine willkommene Abwechslung sich am Stahlseil mit den Schuhen am Fels auf Reibung nach unten zu schwingen. Beim Klettersteig begegneten uns 2 ältere Bergsteiger, die genau dieselbe Route, nur umgedreht, bewältigen wollten. Meiner Meinung nach war es fahrlässig so spät (fast 12 Uhr) bei dieser brütenden Hitze zu starten wo jederzeit ein Gewitter am Nachmittag auftauchen könne…

In der Wechselscharte angekommen, verzichteten wir auf den Aufstieg zur Hüttenspitze, weil der Abstieg genau in der Sonne lag. Und da wir danach eh noch genug in der Sonne gehen werden, beschlossen wir, dass es feiner ist über die Wechselreisen abzufahrn. Die Wechselreise ist zwar der schnellste Weg nach unten, aber der Schotter ist viel zu grob um elegant und schnell abzufahren.

Auf der rechten Seite befindet sich nach der Wechselreisen ein kleines Bankerl, dort nimmt man den kleinen unscheinbaren Pfad der nach links geht, damit man so wenig wie möglich an Höhe verliert. 10 Minuten später errreicht man schon die Alpensöhnehütte. Beim Brunnen steht, dass das Wasser kein Trinkwasser sei, bitte unbedingt einhalten! Mein Kollege hat das Wasser in Flaschen abgefühlt und auch davon getrunken. Erst später entdeckte er kleine Larven in der Wasserflasche…

Wie erwartet und befürchtet, war der Weg von der Alpensöhnehütte bis zur Hinterhornalm ein langer und langweiliger Hatscher bei über 30 Grad :/. Erschöpft erreichten wir 1,5h später bei der Hinterhornalm das Auto und fuhren wieder zurück nach Innsbruck.

Fazit: eine echt lässige und nicht oft begangene Überschreitung, es war meine erste Bergtour in diesen Schwierigkeitsgraden, davor habe ich nur eine oder zwei II-Stellen in einer Tour bewältigt und jetz sind auch III- Stellen bei mir schon drinnen…das Klettertraining und der neue Bergschuh zahlen sich echt richtig aus:D

Bis zur Hohen Fürleg ist es eine nette gemütliche Bergtour mit ein, zwei leichte Kletterstellen, ab der Hohen Fürleg beginnt erst das richtige Abenteuer 😀 wir brauchten 4 Stunden für den gesamten Abstieg, ohne meine 4 Liter Wasser hätte ich die Tour auch nicht geschafft. Wie schon bei anderen Berichten über diese Tour geschrieben worden ist, muss man ja genug zum Trinken mitnehmen!!! Es gibt keine Wasserstelle auf der gesamten Tour, daher wär es eine ideale Herbsttour. Da mir die Tour so getaugt hat, werden mich diese Berge nicht zum letzen Mal sehen.

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der bisherige Gratverlauf

der bisherige Gratverlauf (Blick von der Waldkamperspitze)


Bettelwurf-Ostgrad...schaut echt heftig aus

Bettelwurf-Ostgrad…schaut echt heftig aus


der schottrige Abstieg vom Fallbachkar

der schottrige Abstieg vom Fallbachkar


Fallbachkar + Fallbachkartürme

Fallbachkar + Fallbachkartürme


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wiederum Fallbachkar mit Blick auf den Glungezer


schaut auf dem bild viel harmloser als es war

schaut auf dem Bild viel harmloser als es war


Abstieg Richtung kl. Wechselspitze

Abstieg Richtung kl. Wechselspitze

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die Rinne zur Wechselscharte

die Rinne zur Wechselscharte


Wechselscharte

Wechselscharte


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Hüttenspitze